Nicht jedem ist bekannt, dass es auch im Süden Europas Formen von Sklavenarbeit gibt, die wir eher aus den sogenannten Entwicklungsländern in Afrika oder Südamerika kennen. In Süditalien leben und arbeiten Erntehelfer unter menschenunwürdigen Bedingungen um Produkte für den Markt möglichst billig zu produzieren. Für eine Verbesserung der Situation dieser Menschen setzt sich auch der faire Handel mit besonderen Aktionen ein.
Zu diesem Zweck planen wir auch zur nächsten Erntesession wieder den Absatz von Südfrüchten und Tomatenprodukten im November und Januar.
Die Produkte werden unter fairen Arbeitsbedingungen auf Bio-Betrieben in Süditalien angebaut, geerntet und verarbeitet. Der Verein SOS Rosarno z. B. beschäftigt in Kalabrien afrikanische Migranten mit regulären Arbeitsverträgen als Erntehelfer, die ansonsten finanziell ausgebeutet werden und unter erbärmlichen Bedingungen leben müssen.
No Cap ist eine weitere Initiative, die sich um die Ernte und Vermarktung von Bio- Tomatenprodukten aus Süditalien kümmert. Die Initiative wurde von dem ehemaligen Erntehelfer Yvan Sagnet gegründet und engagiert sich für faire Arbeits- und Lebensbedingungen der Erntehelfer.
Zur Information über die fair gehandelten Südfrüchte und NoCap Produkte sowie die Situation der Erntehelfer in Kalabrien möchten wir gerne alle Interessierten einladen zu einem Filmabend mit Gesprächsrunde zum Thema:
„Dosentomaten, Orangen und Menschenwürde?“
Der Abend beginnt mit dem Film „The Pickers“, der auf dramatische Weise die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Migranten in Süditalien auf den Obstplantagen darstellt. Im Anschluss wird Christiane Lüst (Öko und Fair Bayern, NoCap Kampagne Deutschland), über ihre persönlichen Erfahrungen in Italien berichten und für Fragen zur Verfügung stehen. Über eine rege Teilnahme würden wir uns sehr freuen.
Die Veranstaltung findet statt am Samstag den 06. September ab 18 Uhr im Pfarrheim St. Lamberti.
Die Teilnahme ist kostenlos.